Binäre Optionen

Binäre Optionen sind neuartige Finanzinstrumente, die zu Gewinnen bei steigenden und fallenden Kursen führen können. Die grundsätzliche Funktionsweise ist sehr einfach, nämlich binär (zwei Möglichkeiten): Der Trader gewinnt einen vorab festgelegte Betrag oder verliert seinen Einsatz. Der Handel ist schon mit sehr wenig Kapital möglich, im Extremfall mit einem einzigen Euro. Das macht Binäre Optionen besonders für Einsteiger sehr interessant.

Die grundsätzliche Konstruktion von Binären Optionen

Binäre Optionen werden wie alle Derivate auf einen Basiswert aus den Anlageklassen Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungspaare gebildet. Der Kurs dieses Basiswertes bestimmt den Gewinn oder Verlust der Binären Option, die eine Laufzeit von wenigen Sekunden oder Minuten, aber auch Stunden, Tagen, Wochen und Monaten haben kann. Der Trader sagt ein Ereignis voraus, beispielsweise einen Kursanstieg oder -verfall, und gewinnt einen festen Betrag, wenn dieses Ereignis eintritt. Der Gewinn beträgt im Normalfall rund 80 %, in Ausnahmefällen auch mehrere Hundert Prozent (sogenannte High Yield Rendite). Wenn das Ereignis nicht eintritt, verliert der Trader seinen Einsatz, manche Broker erstatten bis zu 15 % des Einsatzes zurück. Die grundlegenden Ereignisse können sein:

  • Kursanstieg oder -verfall: Hierauf setzt der Trader mit einer Binären Call- oder Put-Option. Er gewinnt unabhängig vom Grad der Kursbewegung. Sollte der Kurs nur um drei oder fünf Punkte gestiegen sein, gewinnt die Call-Option denselben Betrag (zum Beispiel 80 %) wie bei einem Anstieg um 100 oder 300 Punkte.
  • Berühren einer Preisschwelle: Mit Touch-Optionen kann der Trader auf dieses Ereignis setzen. Die Preisschwelle legt der Broker fest. Die Spekulation gilt als sehr schwierig, daher schütten Broker hierauf die High Yield Renditen aus. Bei einigen Brokern liegen diese um rund 130 bis 180 %, doch es gibt auch Broker, die High Yields von über 1.000 % ausschütten.
  • Kursende in einer Preisspanne: Für dieses Ereignis wurden Range-Optionen geschaffen.
  • Vergleich zweier Basiswerte: Vielfach ist es interessant, auf die unterschiedliche Performance zweier Aktien, Rohstoffe oder Indizes zu spekulieren. Zu diesem Zweck bieten manche Broker Pair-Optionen an.

Es gibt noch Unterarten Binärer Optionen, die speziell von einigen Brokern angeboten werden. Auch die hier vorgestellten Hauptvarianten bietet nicht jeder Broker an, auf manchen Plattformen kann der Trader beispielsweise nur Call-/Put- und Pair-Optionen handeln. Binäre Call- und Put-Optionen stehen praktisch bei jedem der vielen Binärbroker zur Verfügung, sie gelten als die Klassiker. Ihre Handhabung ist so einfach, dass sie auch vom Smartphone aus einzubuchen sind.

Wie lässt sich das Risiko mit Binären Optionen steuern?

Anleger, die schon mit anderen börslichen Anlagen gehandelt haben, sind daran gewöhnt, für ihre Risikobegrenzung einen Stop Loss zu verwenden. Das ist bei Binären Optionen nicht möglich. Das Risiko lässt sich entweder über den Kapitaleinsatz pro Option oder – wenn es der Broker anbietet – über spezielle Zusatztools steuern:

  • Early Closure: Hiermit kann der Trader eine Option, die schon im Gewinn liegt, vorzeitig schließen. Er verzichtet dabei auf einen Teil des Gewinns.
  • Rollover: Dieses Feature dient zum Verlängern der Laufzeit einer Option. Wenn diese kurz vor Ablauf noch nicht im Gewinn notiert, hat der Trader damit nichts zu verlieren – vielleicht gewinnt die Option später.
  • Double Up: Trader können bei einer im Gewinn befindlichen Option bis kurz vor deren Ablauf den Einsatz verdoppeln. Sie gewinnen damit auch das Doppelte. Es gibt Szenarien, in denen diese Handlungsweise sehr sicher ist, weil ein gravierender Kursrückschlag bis in die Verlustzone kaum noch stattfinden dürfte. Ein Restrisiko bleibt natürlich immer.
  • Ladder (Leiter): Auch für das prozyklische Aufstocken einer Option gibt es inzwischen ein Spezialtool. Bei einigen Brokern kann die Ladder automatisch einprogrammiert werden. Wenn sich ein Trend entwickelt, bucht dieses Tool in diese Richtung immer wieder neue Binäre Optionen hinzu, bis der Trend endet.

Wo handelt man Binäre Optionen?

Binäre Optionen bieten spezialisierte Broker an. Es gibt sehr viele von diesen Brokern, die sich in ihren Konditionen unterscheiden. Den Einsteigern wird daher vor dem Handel ein gründlicher Brokervergleich empfohlen. Verschiedene Punkte gelten dabei als besonders wichtig. So sollte der Broker über die Lizenz einer nationalen Aufsichtsbehörde verfügen, damit sich die Trader auf eine seriöse Arbeitsweise und die Sicherheit ihrer Gelder verlassen können. Auch spielt die Höhe der Mindestkapitalisierung gerade für Einsteiger eine große Rolle. Bei manchen Brokern genügen 100 Euro auf dem Tradingkonto, um mit dem Handel zu beginnen. Des Weiteren unterscheiden sich die Broker bezügliches des Mindesteinsatzes pro Option. Übliche Summen bewegen sich um 20 bis 25 Euro, das wäre also das maximale Risiko, das der Trader eingeht. Doch es gibt auch Broker, bei denen eine Option mit nur zehn, fünf oder gar nur einem einzigen Euro gehandelt werden kann. Da für den Handel keine Gebühren entstehen und auch die Kontoführung kostenlos erfolgt, ermuntert das zum Handeln, was auch gut so ist. Natürlich können Trader auf einem Demokonto, das viele Broker anbieten, zunächst einmal ihre Strategien testen. Doch der Handel mit echtem Geld ist viel näher an der Realität. Niedrige Kapitalisierungsanforderungen und niedrige Mindesteinsätze unterstützen diesen Echtgeldhandel.